| Die Kneipe |
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"Ich sitz' so gern in der Schenke bei froher Tafelrund." Dieses Empfinden begleitet die Studenten wohl schon seit der Frühzeit der Universitäten, wenn auch zu bedenken ist, daß im Mittelalter die Studiosi eher reife Herren als junge Männer waren. Obwohl des Lateins in Wort und Schrift mächtig, schlossen sich auch für die frohen Stunden Kollegen gleicher Sprache und gleicher heimatlicher Herkunft enger zusammen. Manche sehr alte Studentenlieder deuten auf das Bedürfnis hin, in der fremden Universitätsstadt in vertrauterem Kreis zu pokulieren und in Erinnerungen und Zukunftsvorstellungen zu schwelgen, wohl auch über eher gegenwärtige Alltags- und Studiensorgen Gedanken auszutauschen. Es werden vielleicht Juristen gewesen sein, die den Umgangsformen ein(en) Komment erdachten. In den Bünden nach unserer heutigen Vorstellung schließen sich Gemeinschaften zusammen aufgrund von Sympathien, Vorbildwirkungen, vergleichbaren Vorstellungen, ähnlicher Verhaltensweisen. Aus den Consemestern, den Conaktiven wachsen Naheverhältnisse, die gerade jungen, auf dam Wege der Persönlichkeitsbildung befindlichen Menschen viel bedeuten. Im Kontakt mit den Alten Herren vergangener Studiengenerationen werden die zu einem Lebensbund geführt, der sich - in gewisser Exklusivität - selbst erhält. Dabei muß der Kontakt nicht zu jedem Bundesbruder gleich intensiv sein, auch bestehen gewisse Intentionen zu unterschiedlichen Bundesbrüdern. Bundesbrüderlichkeit ist nicht Freundschaft, sie wird aber aus einer Konzentration von Achtung, Wertschätzung, Hilfsbereitschaft und menschlicher Offenheit gebildet. Das im Idealfall mehr freiwillige als geforderte Bestreben nach Beisammensein führt zu einem persönlichen Naheverhältnis, das Exklusivität nicht aus einer Minderwertung Außenstehender, sondern einem - emotionellen und willensmäßigen -aufeinander Zugehen in internem Kreis entstehen läßt. |
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